Erster gegen Vierter, Tradition gegen Tempo: Das Spitzenspiel der Eishockey‑Bezirksliga zwischen dem EV Mittenwald und dem DEC Inzell hatte alles, was ein echtes Topduell ausmacht. Im altehrwürdigen Garmischer Olympiastadion entwickelte sich über 60 Minuten ein intensives, körperbetontes und hochklassiges Spiel, das die Inzeller Senioren am Ende verdient mit 1:4 für sich entschieden.
Beide Mannschaften traten nahezu in Bestbesetzung an, lediglich Heinz Neuhofer fehlte beim DEC. Von „Busbeinen“ war dennoch nichts zu sehen: Inzell startete druckvoll, erspielte sich früh Chancen und zwang den Mittenwalder Goalie mehrfach zu starken Paraden. Auch DEC‑Torhüter Bernhard Feiersinger zeigte von Beginn an, dass er an diesem Abend ein entscheidender Faktor werden würde.
Nach einem munteren Schlagabtausch verwertete Hubert Hirschbichler einen Abpraller eiskalt zum 0:1. Doch die Hausherren antworteten nur drei Minuten später durch Florian Gruber. In dieser Phase verlor der DEC etwas den Faden: Unkonzentriertheiten, Fehlpässe und zu viele Einzelaktionen prägten das Spiel. Bitter zudem: Moritz Brenzinger musste nach einer Knieverletzung vom Eis.
Im Mittelabschnitt häuften sich die Strafzeiten auf Inzeller Seite. Trotzdem gelang die erneute Führung: Rene Tödling zog von der blauen Linie ab, dem Mittenwalder Goalie war die Sicht perfekt genommen – 1:2. Kurz darauf der nächste Schockmoment: Michael Eberlein krachte mit dem Knie voraus in die Bande und musste ebenfalls verletzt ausscheiden.
In dieser schwierigen Phase hielt DEC‑Goalie Bernhard Feiersinger sein Team mit mehreren spektakulären Paraden im Spiel. Er wurde später völlig verdient zum „Man of the Match“ gewählt.
Im letzten Drittel kam Mittenwald mit viel Druck aus der Kabine und wollte den Ausgleich erzwingen. Doch Feiersinger wuchs über sich hinaus und entschärfte Chance um Chance. „In dieser Phase war es ein Schlagabtausch mit Möglichkeiten auf beiden Seiten“, so Trainer Pino Dufter.
Dann drehte sich das Spiel endgültig zugunsten des DEC: Hubert Hirschbichler traf mit seinem zweiten Tor zum wichtigen 1:3 und brachte Inzell auf die Siegerstraße. Zwei Minuten vor Schluss nahm Mittenwald den Goalie vom Eis, doch Noa Antos fing im Mitteldrittel die Scheibe ab und versenkte sie souverän im „Empty Net“ – das 1:4, der endgültige Knockout.
„Da waren wir einfach kaltschnäuziger“, freute sich Dufter nach dem Spiel. „Und im letzten Drittel haben wir endlich das Eishockey gespielt, wie ich es mir vorstelle.“
Durch den Weltcup in der Max Aicher Arena hat der DEC in dieser Woche kein Hockeyfeld zur Verfügung und Dufter hatte seinem Team bereits vor der Partie versprochen: Bei einem Sieg gibt es trainingsfrei. Nach den intensiven Wochen und dem hart erkämpften Erfolg in Garmisch ist diese Pause mehr als verdient.
Weiter geht es am Sonntag, 01.02.2026, auswärts beim Tabellendritten ESC Holzkirchen (Spielbeginn 19:00 Uhr). Mit jeweils einem Sieg in den beiden letzten Spielen kann der DEC den Einzug in die Playoffs fix machen.
Statistik: EV Mittenwald – DEC Inzell 1:4 (1:1/0:1/0:2) Tore: 0:1 Hirschbichler (5.), 1:1 Gruber (7.), 1:2 Tödling, 1:3 Hirschbichler (52.), 1:4 Antos (59., Empty Net) Strafen: EVM 14 – DEC 14 Zuschauer: 90












